Idea Piscine entwickelt EcoGreen: die nächste Evolutionsstufe des Pools an Bord

28/09/2026 - 10:01 in Tauchen by Press Mare

Architektur und Design sind die unmittelbar sichtbaren Aspekte eines Pools an Bord, doch hinter den Oberflächen verbirgt sich immer mehr Technologie. Drehzahlgeregelte Pumpen, Wasseraufbereitung und -überwachung, Fernsteuerung, die Integration in die Automationssysteme der Yacht sowie die Optimierung des Energieverbrauchs sind entscheidende Faktoren bei der Entwicklung eines traditionell energieintensiven Systems hin zu einer Anlage, die immer stärker in das gesamte technische Management der Yacht eingebunden ist. Auf diese Entwicklung konzentriert Idea Piscine einen Teil seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Im Mittelpunkt steht dabei das Projekt EcoGreen, das das Unternehmen in den kommenden Wochen vorstellen will. Darüber haben wir mit CEO Emanuele Battistini gesprochen.

Emanuele Battistini

PM – Das Wassermanagement an Bord ist ein besonders sensibles Thema. Wie lässt sich der Verbrauch reduzieren und gleichzeitig Wasserverschwendung und Wartungsaufwand begrenzen?

EB – Heute beschränkt sich die Planung nicht mehr nur auf den Pool selbst, sondern umfasst den gesamten Wasserkreislauf. Wir arbeiten mit hocheffizienten Systemen mit niedrigem Energieverbrauch, automatisierten Wasseraufbereitungssystemen und Lösungen, die einen unnötigen Wasseraustausch reduzieren. Eine intelligente Überwachung der Parameter gewährleistet optimale Bedingungen und senkt gleichzeitig den Verbrauch von Wasser, Energie und Chemikalien sowie den Aufwand für planmäßige und außerplanmäßige Wartungsarbeiten.

PM – In einer Branche, in der Energieeffizienz immer wichtiger wird: Welche Bedeutung hat die Optimierung des Energieverbrauchs von Pumpen, Filtration und Systemen zur Temperierung des Wassers?

EB – Sie ist zu einer Priorität geworden. Energieeffizienz ist heute nicht mehr nur ein Umweltthema, sondern ein wesentlicher Faktor für Betrieb und Performance. Drehzahlgeregelte Pumpen, moderne Steuerungssysteme sowie ein intelligentes Management von Filtration und Wassertemperierung können den Energieverbrauch deutlich reduzieren, ohne Komfort oder Wasserqualität zu beeinträchtigen. Jede Komponente wird daher nicht nur anhand ihrer eigenen Leistungsfähigkeit bewertet, sondern auch im Hinblick auf die Gesamteffizienz des Systems und, allgemeiner betrachtet, auf Verbrauch und Performance der gesamten Yacht. Vor diesem Hintergrund entwickeln wir für unsere Kunden ein eigenes EcoGreen-Paket, das die Effizienz der Poolsysteme an Bord weiter optimieren soll. Dieses Projekt werden wir in den kommenden Wochen als Alternative zu den bisher realisierten konventionellen Anlagen vorstellen.

PM – In der Yachtbranche wird viel über Nachhaltigkeit gesprochen, wobei der Fokus häufig auf dem Antrieb liegt. Wie „grün“ kann ein Luxuspool heute sein?

EB – Deutlich mehr, als man vielleicht denkt. Ein nachhaltiger Pool beginnt zunächst mit einer effizienten Planung, die den Energieverbrauch reduziert, Wasserverschwendung begrenzt, langlebige Materialien einsetzt und das Management der Anlagen und Chemikalien optimiert. Heute ist es außerdem wichtig, nach den Prinzipien des Life Cycle Assessment zu arbeiten und die gesamten Auswirkungen des Pools über seinen vollständigen Lebenszyklus hinweg zu betrachten: von der Auswahl der Materialien und Komponenten über Produktion und Installation bis hin zum Energieverbrauch während des Betriebs, zur Wartung und zur langfristigen Lebensdauer. Nachhaltigkeit bedeutet nicht, auf Luxus oder Komfort zu verzichten, sondern Systeme zu entwickeln, die hohe Leistung, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit bieten und gleichzeitig ihre gesamten Umweltauswirkungen reduzieren.

PM – Arbeiten Sie an speziellen Materialien oder Technologien, um die Umweltauswirkungen von Pools zu reduzieren?

EB – Forschung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Wir untersuchen immer leistungsfähigere und langlebigere Materialien sowie Systeme für Anlagenmanagement und Wasseraufbereitung, mit denen sich der Einsatz von Chemikalien und der Energieverbrauch reduzieren lassen. Innovationen aus dem Wohnbereich finden häufig auch im Yachtbau Anwendung, selbstverständlich angepasst an die sehr spezifischen Anforderungen des maritimen Umfelds.

PM – Automatisierung und digitale Steuerung halten zunehmend Einzug in den Yachtbau. Werden auch Pools „smart“?

EB – Absolut. Moderne Pools sind zunehmend vernetzt, automatisiert und in die Managementsysteme der Yacht integriert. Über digitale Plattformen lassen sich Parameter wie Wasserqualität, Temperatur, Energieverbrauch, Filtration und der Betriebszustand der verschiedenen Anlagen in Echtzeit überwachen, auch aus der Ferne. Der eigentliche Mehrwert der Digitalisierung liegt jedoch nicht nur in einer einfacheren täglichen Bedienung. Die Erfassung und Analyse von Daten ermöglicht es, die Performance zu optimieren, die Zuverlässigkeit zu erhöhen und Wartungsmaßnahmen effizienter zu planen, sodass bereits eingegriffen werden kann, bevor mögliche Probleme entstehen. Der nächste Schritt ist die Kommunikation mit den Automationssystemen der Yacht, um den Pool in das digitale Ökosystem an Bord zu integrieren und den Betrieb der verschiedenen Anlagen aufeinander abzustimmen. Ich möchte noch nicht zu viel vorwegnehmen, kann aber sagen, dass auch dies eines der zentralen Themen unseres EcoGreen-Konzepts sein wird. Ziel ist es, Automatisierung, Steuerung und intelligentes Management miteinander zu verbinden, damit der Pool nicht nur effizienter und nachhaltiger, sondern auch einfacher zu bedienen und langfristig zuverlässiger wird.

PM – Wie wichtig ist es, Systeme so zu planen, dass sie leicht zugänglich, inspizierbar und wartungsfreundlich sind, insbesondere an Bord, wo technische Räume begrenzt sind?

EB – Das ist entscheidend. Eine gute Planung berücksichtigt nicht nur die spätere Ästhetik, sondern den gesamten Betrieb der Anlage über ihre Lebensdauer hinweg. Zugänglichkeit, Modularität und Wartungsfreundlichkeit bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen bedeutet, die Dauer von Serviceeinsätzen zu reduzieren und die Arbeit von Crew und Technikern zu vereinfachen – ein entscheidender Vorteil auf Yachten, auf denen jeder Kubikmeter Technikraum wertvoll ist.

PM – Gibt es Ausstattungsmerkmale, die Kunden im High-End-Segment heute für unverzichtbar halten, die vor zehn Jahren jedoch kaum gefragt waren?

EB – Automatisierung, Fernsteuerung und die Integration in die Bordsysteme gehören heute sicherlich zu den immer häufiger gestellten Anforderungen. Gleichzeitig ist die Aufmerksamkeit für Wohlbefinden, Wasserqualität, Energieeffizienz und die Individualisierung des Erlebnisses an Bord gestiegen. Beispiele dafür sind Hydromassagesysteme und RGBW-LED-Beleuchtung mit dynamischer Farbsteuerung, mit denen unterschiedliche Atmosphären geschaffen und die Umgebung an individuelle Wünsche und die jeweilige Tageszeit angepasst werden kann. Vor zehn Jahren konzentrierte sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Ästhetik und visuelle Wirkung. Heute erwartet ein Kunde im High-End-Segment mehr: ein technologisch fortschrittliches, zuverlässiges und einfach zu bedienendes System, das mit den anderen Systemen der Yacht kommunizieren und sich in den persönlichen Lebensstil integrieren kann. Es geht nicht mehr nur um den Kauf eines Pools, sondern um ein vollständiges, technologisch fortschrittliches und individuell gestaltetes Erlebnis, bei dem Komfort, Design, Effizienz und Nachhaltigkeit miteinander verbunden werden.

PM – Im Superyacht-Segment ist der After-Sales-Service häufig ebenso wichtig wie das Produkt selbst. Wie haben Sie Service und Wartung organisiert?

EB – Für uns endet ein Projekt nicht mit der Übergabe des Pools, sondern begleitet ihn über seine gesamte Betriebsdauer. Wir bieten technischen Support, planmäßigen Service und Wartung und unterstützen Eigner, Kapitän und Crew beim Betrieb der Anlage. Heute sind wir so organisiert, dass wir in ganz Italien über ein Team spezialisierter Techniker Serviceleistungen anbieten können. Dadurch können wir direkt eingreifen und gleichzeitig einen sehr engen Kontakt zum Kunden aufrechterhalten. Im Superyacht-Segment ist der After-Sales-Service kein zusätzlicher Aspekt, sondern ein integraler Bestandteil der Produktqualität und der Beziehung, die wir zum Kunden aufbauen.

PM – Wie wichtig ist es, ein direktes Vertrauensverhältnis zu Kapitänen, Crews und Yachtmanagern aufzubauen?

EB – Es ist von grundlegender Bedeutung. Sie sind diejenigen, die täglich an Bord leben und arbeiten und die betrieblichen Anforderungen der Anlage aus erster Hand kennen. Der direkte Austausch mit ihnen hilft uns, die Anforderungen an Bord besser zu verstehen, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen, Eingriffe zu planen und bei Bedarf schneller und effizienter zu handeln. Diese Beziehung geht über die reine technische Unterstützung hinaus. Genau deshalb betrachten wir die abschließende Inbetriebnahme als besonders wichtig. In dieser Phase werden sämtliche Aspekte des Systems überprüft und fein abgestimmt. Gleichzeitig bietet sie die Gelegenheit, einen ersten direkten Kontakt zu Kapitän, Crew und Yachtmanager aufzubauen und das notwendige Wissen für einen korrekten Betrieb der Anlage zu vermitteln. Eine sorgfältige Inbetriebnahme schafft die Grundlage für ein langfristiges Vertrauensverhältnis.

PM – Der Pool gehört zu den „lebendigsten“ Systemen an Bord und muss kontinuierlich überwacht werden. Welche Bedeutung hat für Sie die Schulung der Crew?

EB – Die Schulung ist ein zentraler Bestandteil unseres Servicekonzepts. Während der Inbetriebnahme legen wir besonderen Wert auf den Austausch mit Kapitän, Crew und Yachtmanager und vermitteln alle Informationen, die für einen korrekten Betrieb notwendig sind. Wir betrachten Schulung jedoch nicht als einmalige Maßnahme. Wenn es erforderlich ist, stehen wir auch zu einem späteren Zeitpunkt für weitere Schulungseinheiten zur Verfügung, beispielsweise wenn sich die Anforderungen der Crew ändern oder es personelle Veränderungen an Bord gibt. Unser Ziel ist, dass diejenigen, die den Pool täglich betreuen, die Funktionsweise der Anlage vollständig verstehen, sie korrekt bedienen können und mögliche Unregelmäßigkeiten frühzeitig erkennen.

PM – Wie stellen Sie sich den Pool der Zukunft im Superyacht-Segment vor? Stärker integriert, unsichtbarer, nachhaltiger oder erlebnisorientierter?

EB – Wahrscheinlich wird er all diese Eigenschaften miteinander verbinden. Aus ästhetischer und architektonischer Sicht sehen wir bereits heute Projekte mit großer Wirkung, bei denen der Pool zu einem prägenden Element der Yacht wird und immer harmonischer mit der Gesamtarchitektur und dem Design interagiert. Die eigentliche Entwicklung wird unserer Ansicht nach darin bestehen, diese Aspekte noch stärker mit Technologie, Effizienz und Nachhaltigkeit zu verbinden. Wir stellen uns Pools vor, die mit den Bordsystemen kommunizieren, Energieverbrauch und Ressourcenmanagement optimieren und gleichzeitig ein immer stärker personalisiertes Erlebnis ermöglichen. Die Technologie wird dabei zunehmend diskreter und nahezu unsichtbar werden, sodass Design und Erlebnis in den Vordergrund treten können.

PM – Welche Position soll Idea Piscine in den kommenden Jahren innerhalb des Yachtsektors einnehmen?

EB – Wir wollen die Position von Idea Piscine im Yachtsektor festigen und weiter ausbauen und zunehmend zu einem Referenzpartner in Italien für Werften, Designer und Eigner werden, die wirklich maßgeschneiderte Lösungen suchen. Unser Ziel besteht nicht einfach darin, Pools zu bauen, sondern zur Weiterentwicklung dieses Elements innerhalb der Yacht beizutragen und Innovation, Forschung und Know-how in einen Bereich einzubringen, in dem Technologie, Design, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden immer stärker miteinander verknüpft sind. Wir werden weiterhin in die Entwicklung neuer Lösungen investieren und dabei unseren auf den Kunden und das jeweilige Projekt ausgerichteten Ansatz beibehalten. Wir sind überzeugt, dass der eigentliche Mehrwert, insbesondere im Superyacht-Segment, aus der Fähigkeit entsteht, komplexe Anforderungen in einfache, zuverlässige und unverwechselbare Lösungen zu übersetzen. Unser Anspruch ist, dass Idea Piscine nicht lediglich als Lieferant eines Pools ausgewählt wird, sondern als Partner, der in der Lage ist, ein einzigartiges Erlebnis an Bord zu gestalten.

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