Am Donnerstag, den 21. Mai 2026, begrüßte der Yacht Club de Monaco führende Vertreter der Branche, Designer, Werften, Zulieferer und Yachting-Professionals zur neuesten Ausgabe des Cluster Yachting Monaco Spring Pop Up. Von 10:00 bis 18:00 Uhr kombinierte die Veranstaltung ein morgendliches Konferenzprogramm, ein Networking-Lunch sowie einen ganztägigen Open Day und brachte zentrale Diskussionen rund um die Yachting-Industrie zusammen.
Die diesjährige Ausgabe spiegelte eine Branche im Wandel wider. Die Gespräche gingen über das reine Produkt hinaus und konzentrierten sich auf Beziehungen, Infrastrukturen, veränderte Erwartungen der Eigner sowie auf die Weiterentwicklung des Kundenerlebnisses selbst.
Vertrauen und Sicherheit im Zentrum der Wachstumsstrategien
Das erste Panel, Yachting in Transition: Growth Strategies in a Changing Market, brachte Patrick Coote, VP of Brand Marketing bei MarineMax, Paris Baloumis, Group Marketing Director bei Oceanco, sowie Séverine Sciortino, Director of Operations bei Sanlorenzo Med Monaco, zusammen.
Ein wiederkehrendes Thema zog sich klar durch die Diskussion: Yachting bleibt im Kern ein Geschäft, das auf Menschen und Beziehungen basiert.
Während sich Technologien, CRM-Systeme und digitale Werkzeuge kontinuierlich weiterentwickeln, betonten die Teilnehmer, dass Vertrauen weiterhin die eigentliche Währung der Branche bleibt. Der Aufbau und die Pflege langfristiger Beziehungen zu Eignern erfordern hochgradig personalisierte Dienstleistungen und eine konstante Sicherheit entlang der gesamten Ownership Journey.
Das Panel beleuchtete zudem die hohen Investitionen der Unternehmen in Datenmanagement, um die Präferenzen und Verhaltensweisen der Eigner besser zu verstehen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Technologie allein nicht ausreicht, da Kunden spüren müssen, dass diese Investitionen einen konkreten Mehrwert und reale Vorteile schaffen.
Sciortino hob die Rolle der Sanlorenzo Med Lounge hervor und erklärte, dass das Konzept entwickelt wurde, um Kunden Sicherheit zu vermitteln, indem alle Partner des Ownership-Ökosystems zusammengeführt werden. „Das Ziel ist es, dass die Eigner spüren, dass alle Stakeholder abgestimmt sind und gemeinsam für sie arbeiten“, erklärte sie.
Fragmentierung erwies sich somit als eines der zentralen Probleme der Branche. Da die Ownership Journey Makler, Werften, Kapitäne, Managementgesellschaften, Marinas und Zulieferer umfasst, wird es immer wichtiger, ein konsistentes Erlebnis an allen Kontaktpunkten sicherzustellen.
Fountaine Pajot über die nächste Generation des Bootsfahrens
Die zentrale Rolle der Customer Experience wurde auch im Cluster Talk von Romain Motteau, Deputy Chief Executive Officer von Fountaine Pajot, hervorgehoben, der eine breitere Marktperspektive einbrachte.
Motteau sprach über das Aufkommen der Millennials- und Generation-X-Eigner und darüber, wie diese die Bootskultur verändern. Seiner Ansicht nach nähert sich eine neue Generation von Kunden dem Yachting deutlich pragmatischer und richtet den Besitz einer Yacht stärker auf Flexibilität und Lifestyle aus, statt auf traditionelle Statussymbole.
Diese Entwicklung schafft neue Herausforderungen für die Branche und verlangt von den Marken, näher an die Kunden heranzurücken und die sich wandelnden Erwartungen hinsichtlich Nutzbarkeit und Erlebnissen besser zu verstehen.
Auch Asien wurde als Region mit erheblichem Zukunftspotenzial hervorgehoben. Motteau verwies auf die wachsende Dynamik rund um die Singapore Boat Show und deutete an, dass die Region in den kommenden Jahren eine der stärksten Erholungen der Branche erleben könnte.
Seine Aussagen unterstrichen erneut ein Leitmotiv des gesamten Tages: Das zukünftige Wachstum des Yachting-Sektors wird von Anpassungsfähigkeit und größerer Kundennähe abhängen.
Der Aufstieg der Katamarane und breiterer Yachten
Mit Blick auf die Eigenschaften, die von jüngeren Eignergenerationen zunehmend geschätzt werden, priorisiert die Branche heute Komfort und gemeinsame Erlebnisse entlang der gesamten Customer Journey.
Das zweite Panel, Why Are Yachts Getting Wider? The Rise of Catamarans and Their Impact, widmete sich einer der sichtbarsten Veränderungen des aktuellen Marktes.
An der Diskussion nahmen Olivier Racoupeau von Berret Racoupeau Yacht Design, Espen Øino von Espen Oeino International sowie Artur Połoczański von Sunreef Yachts teil.
Anstatt breitere Yachten und Katamarane als Problem zu betrachten, bewerteten die Teilnehmer diesen Trend als große Chance für Marinas und Hafeninfrastrukturen.
Erstens bieten Katamarane praktische Vorteile, die eng mit den neuen Kundenerwartungen übereinstimmen: breitere Layouts schaffen größere Wohnbereiche und verbessern die Nutzbarkeit an Bord.
Zweitens eignen sie sich besonders für Marinas mit flachen Gewässern, die Monohull-Segelyachten oder schwerere Motoryachten nur eingeschränkt aufnehmen können.
Drittens zwingt die wachsende Beliebtheit von Katamaranen Marinas und Häfen dazu, ihre Infrastrukturen anzupassen, da größere Breiten ein Umdenken bei Liegeplatzverteilungen und Hafenplanungen erfordern.
Nach Ansicht der Teilnehmer handelt es sich dabei nicht um einen vorübergehenden Trend. Das Cannes Yachting Festival wurde als konkretes Beispiel für diese Entwicklung genannt, da dort in den vergangenen vier Jahren immer mehr Fläche den Katamaranen gewidmet wurde.
Spiegelbild einer sich wandelnden Branche
Mit 22 ausgestellten Yachten während des Open Day zeigte die Ausgabe 2026 des Cluster Yachting Monaco Spring Pop Up eine Branche, die versucht, Innovation mit den veränderten Erwartungen der Kunden in Einklang zu bringen.
In allen Diskussionen blieb eine Botschaft konstant: Die Zukunft des Yachting wird zunehmend von Vertrauen, Zusammenarbeit innerhalb des gesamten Ökosystems sowie von Investitionen in CRM-Systeme abhängen, die an die sich wandelnden Motivationen der Eigner angepasst sind.
Rebecca Gabbi