Drei Wettfahrten bei bis zu 16-17 Knoten Wind und aufgebautem Seegang prägten den Auftakttag der ITMA World Championship. KZ-5 von Andrea Bianchedi, die für den Yacht Club Italiano startet, begann mit zwei Siegen und einem zweiten Platz. Mit konstanten Ergebnissen liegt KZ-7 auf Rang zwei der Zwischenwertung.
Mit zwei Siegen und einem zweiten Platz ist KZ-5 in die Weltmeisterschaft der Grand-Prix-12-Meter vor Imperia gestartet. Die Yacht von Andrea Bianchedi mit Pietro D’Alì am Steuer, Flavio Favini als Taktiker sowie Tiziano Nava als Skipper und Großsegeltrimmer beendete einen anspruchsvolleren ersten Tag als erwartet an der Spitze der Gesamtwertung. Nach einer anfänglichen Startverschiebung wegen Flaute konnte die Wettfahrtleitung drei Rennen absolvieren.
Wie die 12-Meter-Yachten im klaren Licht des Golfs von Imperia durch den aufgebauten Seegang pflügten, weckte unweigerlich Erinnerungen an den America’s Cup 1987 in Fremantle, Australien. Es waren dieselben Boote – oder zumindest Yachten, die für genau jene Cup-Generation entstanden waren – und auch der Seegang erinnerte an damals, allerdings bei ungefähr halb so viel Wind. Die Brise lag zunächst bei 13-14 Knoten und frischte aus Südwest im Laufe des Tages auf 16-17 Knoten auf.
Die rechte Seite der Bahn in Richtung Küste zahlte sich meist aus, vor allem ab der zweiten Wettfahrt. Für die rund 20 Meter langen und fast 25 Tonnen verdrängenden Yachten waren es anspruchsvolle Bedingungen, die den Crews bei Wenden, Halsen und den Manövern mit dem Spinnakerbaum permanente Arbeit abverlangten.
KZ-5 gewann die ersten beiden Wettfahrten und wurde im dritten Rennen Zweite hinter Kookaburra II, der Yacht von Patrizio Bertelli und amtierenden Weltmeisterin. Für die italienische Crew war das Ergebnis besonders aufschlussreich, da es nach den Trainingstagen zur Abstimmung des Bootes der erste echte Vergleich unter Regattabedingungen war.
Zusätzlich musste das Team ein Problem mit dem äußeren Endbeschlag des Spinnakerbaums lösen, der sich immer wieder zu öffnen drohte. Für die dritte Wettfahrt wurde deshalb ein anderer, rund 30 Zentimeter kürzerer Spinnakerbaum eingesetzt.
„Das Boot scheint sehr gut zu laufen, auch wenn wir noch sehen müssen, wie es sich unter anderen Bedingungen verhält“, sagte Pietro D’Alì nach der Rückkehr an den Steg. „Die Flotte liegt sehr eng zusammen und auf diesen Booten spielen Strategie, Taktik und das Abdecken der Gegner eine große Rolle. Auch wenn man nicht das schnellste Boot hat, kann man vorne bleiben, wenn man die Winddreher gut nutzt und das Boot sauber segelt.
„Heute hatten wir außerdem ein Problem mit dem Spinnakerbaum, das uns vor dem Wind Zeit gekostet hat. In der letzten Wettfahrt haben wir einen anderen benutzt, aber der war kürzer, und dadurch haben wir etwas verschenkt.“
Kiwi Magic KZ-7 rückte mit einer konstanten Serie von 2-2-3 auf Rang zwei der Zwischenwertung vor. Die Yacht des dänischen Eigners Johan Blach Petersen mit Jes Gram-Hansen als Skipper bestätigte damit ihre Konkurrenzfähigkeit. Einen Sieg gab es zwar nicht, doch KZ-7 beendete jede Wettfahrt unter den ersten drei. Mit KZ-7 erreichte Neuseeland 1987 das Finale des Louis Vuitton Cup, nachdem das Team einen Großteil der Round Robins der Herausfordererausscheidung dominiert hatte.
Kookaburra II, Patrizio Bertellis amtierende Weltmeisterin, leistete sich in den ersten beiden Wettfahrten einige taktische Fehler und Unsicherheiten bei den Manövern, schlug im dritten Rennen jedoch zurück und gewann vor KZ-5. Kookaburra III, gesteuert von Eigner Maurizio Vecchiola mit Tommaso Chieffi als Taktiker, zeigte phasenweise gute Geschwindigkeit und rundete in der zweiten Wettfahrt die erste Luvtonne vor KZ-5. Bianchedis Boot machte den Rückstand auf dem Vorwindkurs jedoch wieder wett und übernahm erneut die Führung.
Die geringen Abstände zwischen den führenden Booten bestätigten, wie ausgeglichen die Flotte ist. Reine Geschwindigkeit ist nur ein Teil der Gleichung: Starts, die Wahl der richtigen Bahnseite, das Abdecken der Gegner und sauber ausgeführte Manöver können die Reihenfolge innerhalb kürzester Zeit verändern.
Die Grand-Prix-Weltmeisterschaft wird morgen im Golf von Imperia fortgesetzt, der erste Start wurde auf 10:00 Uhr vorverlegt. Die Wettfahrten laufen bis Dienstag, 1. September, wenn der Weltmeistertitel vergeben wird.
Giuliano Luzzatto