Bartolo Giangrasso
Giangrasso Group setzt auf Wachstum: mehr Produktionskapazität und eine stärkere Präsenz in Viareggio
Mit zunehmendem Wachstum einer Werft stellt der Markt oft nicht mehr den entscheidenden Entwicklungsfaktor dar. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Produktion zu steigern, ohne Abstriche bei Qualität, Lieferzeiten oder der industriellen Organisation machen zu müssen. Genau in dieser Phase befindet sich derzeit die Giangrasso Group, die auf Aluminiumyachten spezialisierte Werft aus Viareggio. Das Unternehmen hat ein Investitionsprogramm angekündigt, das sowohl den Ausbau der Produktionskapazitäten als auch eine stärkere Verankerung im toskanischen Yachtbaurevier vorsieht.
Nach Angaben des Unternehmens wächst das Auftragsbuch kontinuierlich. Getragen wird diese Entwicklung von einer Nachfrage, die weiterhin Bauqualität und Zuverlässigkeit des Herstellers als wichtigste Auswahlkriterien bewertet. Ziel ist es daher weniger, neue Märkte zu erschließen, sondern vielmehr die notwendigen Produktionsstrukturen zu schaffen, um eine bereits vorhandene Nachfrage effizienter bedienen zu können. Diese Entwicklung ist typisch für zahlreiche italienische Werften, die in den anspruchsvolleren Segmenten des Yachtbaus tätig sind.

Die erste Antwort der Giangrasso Group auf diese Entwicklung ist der Ausbau ihrer Produktionskapazitäten. Das Unternehmen hat eine neue Produktionsstätte an der toskanischen Küste erworben, die in das bestehende industrielle Netzwerk integriert wird und die Fertigungs- sowie Auslieferungskapazitäten deutlich erweitern soll. Nach Unternehmensangaben handelt es sich dabei um eine mittel- bis langfristig geplante Investition, die das bereits eingeleitete Wachstum unterstützen soll und nicht auf kurzfristige Marktchancen ausgerichtet ist.
Parallel dazu richtet die Werft ihren Blick weiterhin auf Viareggio – die Stadt, in der das Unternehmen gegründet wurde und in der sich jenes technische und handwerkliche Know-how entwickelt hat, das bis heute seine Identität prägt. Vor diesem Hintergrund ist auch die Teilnahme an den laufenden Verfahren zur Vergabe staatlicher Hafenkonzessionen zu sehen. Für die Werft stellen diese einen strategischen Schritt dar, um ihre Produktionspräsenz in einem der bedeutendsten europäischen Zentren des Yachtbaus weiter auszubauen. Die Verbindung zu Viareggio ist für das Unternehmen daher nicht nur Teil seiner Geschichte, sondern ein wesentlicher Bestandteil seiner zukünftigen industriellen Entwicklung.
Die Expansion beschränkt sich jedoch nicht auf Produktionsflächen. Der Industrieplan legt ebenso großen Wert auf die Menschen. Der Ausbau der Belegschaft und die Ausbildung spezialisierter Fachkräfte gelten als unverzichtbare Voraussetzungen für das weitere Wachstum der Werft – in einer Branche, in der Know-how noch immer vor allem durch praktische Erfahrung weitergegeben wird. Die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter ist heute ebenso entscheidend wie moderne Produktionsanlagen, wenn es darum geht, die langfristige Entwicklung des Yachtbaus zu sichern.
„Jede Investition, die wir tätigen – in unsere Strukturen, unser Territorium und unsere Mitarbeiter – ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Viareggio ist nicht unsere Vergangenheit, sondern der Mittelpunkt unserer Zukunft“, erklärt Bartolomeo Giangrasso, CEO und Eigentümer der Unternehmensgruppe. Diese Aussage fasst die strategische Ausrichtung des Unternehmens zusammen: Wachstum durch den Ausbau der Produktionskapazitäten, ohne die enge Verbindung zu jenem Standort aufzugeben, an dem die industrielle Identität der Werft entstanden ist.
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