Giovanni Costantino
The Italian Sea Group: Costantino tritt als Präsident und CEO zurück – gesamter Verwaltungsrat scheidet aus
Der Schritt war erwartet worden, kam jedoch früher als prognostiziert und wurde erst vor wenigen Minuten in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Giovanni Costantino hat sein Amt als Präsident und Chief Executive Officer von The Italian Sea Group niedergelegt; gleichzeitig trat auch Verwaltungsratsmitglied Gianmaria Costantino zurück. Durch diese beiden Rücktritte scheidet der gesamte Verwaltungsrat automatisch aus dem Amt, da – wie es die Satzung vorsieht – die Mehrheit der von der Hauptversammlung bestellten Verwaltungsratsmitglieder nicht mehr gegeben ist.
Der Verwaltungsrat bleibt ausschließlich im Rahmen der prorogatio im Amt und wird sich auf diejenigen Maßnahmen beschränken, die notwendig sind, um die Kontinuität des Unternehmens bis zur Einberufung der Hauptversammlung sicherzustellen, welche den neuen Verwaltungsrat bestellen wird.
Von besonderer Bedeutung sind jedoch die Beweggründe für diese Entscheidung. Nachdem Giovanni Costantino die Gruppe durch die schwierigsten Monate ihrer jüngeren Geschichte geführt und den Sanierungsprozess eingeleitet hat, ist er der Auffassung, dass eine neue Governance das Vertrauen von Gläubigern, Kunden, Lieferanten und weiteren Stakeholdern besser stärken kann. Tatsächlich handelt es sich um das Eingeständnis, dass ein Wechsel in der operativen Führung erforderlich ist – nicht jedoch bei den Eigentumsverhältnissen. Costantino bleibt über GC Holding Mehrheitsaktionär des Unternehmens und hält weiterhin 53,604 % des Grundkapitals. Die Unternehmensführung ändert sich, die Kontrolle über die Gesellschaft hingegen nicht.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der der bereits eingeleitete Restrukturierungsprozess weiter voranschreitet. Dazu gehören das Verfahren der außergerichtlichen Unternehmenssanierung (composizione negoziata della crisi), die vom Gericht gewährten Schutzmaßnahmen, die Klagen mehrerer Yachteigner sowie die für einen Teil der Belegschaft eingeführten Sozialmaßnahmen. Gleichzeitig wurden sowohl die Produktion als auch die laufenden Yachtbauprojekte ohne Unterbrechung fortgeführt.
Das Unternehmen stellt zudem klar, dass die Rücktritte weder auf Meinungsverschiedenheiten mit der Gesellschaft noch auf Dissens über Entscheidungen des Verwaltungsrats zurückzuführen sind. Abfindungen oder sonstige Leistungen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden aus dem Amt sind nicht vorgesehen. Gianmaria Costantino wird sein bestehendes Arbeitsverhältnis mit der Unternehmensgruppe fortsetzen.
Für The Italian Sea Group beginnt nun eine entscheidende Phase. Die Bestellung eines neuen Verwaltungsrats ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern auch der erste echte Gradmesser für den Erfolg des Sanierungsplans. Die Zusammensetzung des neuen Gremiums, sein Maß an Unabhängigkeit und seine Fähigkeit, das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen, werden maßgeblich darüber entscheiden, welchen Kurs die Unternehmensgruppe in den kommenden Monaten einschlagen wird.
©PressMare - Alle Rechte vorbehalten
