12-Meter-Weltmeisterschaft: Bertellis Kookaburra II beendet die Serie mit einem Doppelsieg und sichert sich Rang zwei

Sport

01/09/2026 - 18:36
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Nachdem Andy Bianchedis KZ-5 den Weltmeistertitel bereits zwei Wettfahrten vor Schluss rechnerisch sicher hatte, ging es am letzten Tag der 12-Meter-Grand-Prix-Weltmeisterschaft in Imperia noch um die beiden übrigen Podiumsplätze. Diese sicherten sich Patrizio Bertellis Kookaburra II, die nach zwei Tagessiegen den zweiten Gesamtrang belegte, und KZ-7 Kiwi Magic auf Platz drei. Maurizio Vecchiolas Kookaburra III, die vor dem Schlusstag noch Chancen auf das Podium hatte, beendete die Weltmeisterschaft auf Rang vier.

Der Tag begann mit einem Ostwind von rund zwölf Knoten, der allmählich auf zehn Knoten abnahm und mit mehreren Drehern besondere Aufmerksamkeit bei der Einschätzung der Regattabahn und beim taktischen Umgang mit den Gegnern erforderte. Kookaburra II konnte ihr Potenzial diesmal ohne jene Fehler abrufen, die einen Teil ihrer Weltmeisterschaft beeinträchtigt hatten. In der ersten Wettfahrt musste sie zunächst Kookaburra III einholen, die auf der Kreuz besonders schnell war und die zweite Luvtonne mit rund 30 Sekunden Vorsprung an der Spitze rundete. Auf dem letzten Vorwindkurs konnte Vecchiolas Yacht ihren Vorsprung jedoch nicht verteidigen: Kookaburra II holte sie ein, überrollte sie und sicherte sich den ersten Tagessieg. Auch KZ-7 zog noch an Kookaburra III vorbei und belegte Rang zwei.

Die zweite Wettfahrt wurde bei einer weiter abnehmenden Brise von rund acht Knoten ausgetragen. Kookaburra II kontrollierte vor allem KZ-7, ihre direkte Konkurrentin im Kampf um den zweiten Gesamtrang, und machte mit einem weiteren Sieg den Doppelerfolg perfekt, der ihr den Vizeweltmeistertitel sicherte. Kookaburra III konnte wegen eines Schadens am Baumniederholer, der eine sichere Fortsetzung der Regatta unmöglich machte, nicht mehr zur letzten Wettfahrt antreten.

KZ-7 Kiwi Magic mit Skipper Jes Gram-Hansen © Foto: G. Luzzatto

„Wir haben beide Wettfahrten gewonnen und heute zwei gute Rennen ohne größere Fehler gesegelt“, erklärte Giulio Giovanella, Teammanager von Kookaburra II. „In der zweiten Wettfahrt blieben wir in der Nähe von KZ-7, um unseren zweiten Platz abzusichern, und segelten sauber um die Tonnen. Ein zweiter Platz ist sicherlich kein schlechtes Ergebnis, aber im Sport muss man den Siegern Anerkennung zollen: KZ-5 war vom ersten Tag an konstant und hat den Titel vollkommen verdient.

„Wir fahren mit einer wichtigen Lektion nach Hause. Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack, weil es uns nicht gelungen ist, den Weltmeistertitel zu verteidigen. Wir sind uns der Fehler bewusst, die wir gemacht haben, sind aber dennoch zufrieden, den zweiten Platz behauptet und die Weltmeisterschaft mit Würde beendet zu haben. Ein besonderer Dank von uns allen gilt Patrizio Bertelli, der es uns ermöglicht hat, hier in Imperia zu segeln, wo sowohl die Organisation der Vele d’Epoca als auch das Wettfahrtkomitee hervorragende Arbeit geleistet haben. Ich persönlich danke außerdem jedem einzelnen Teammitglied für seinen Einsatz im Dienste der gesamten Mannschaft.“

KZ-7 Kiwi Magic war mit der Möglichkeit in den letzten Tag gegangen, Kookaburra II noch anzugreifen, doch die beiden Siege von Bertellis Yacht entschieden das Duell. „Wir kamen nach Imperia und dachten, dass wir um den Titel kämpfen könnten, wenn alles richtig laufen würde“, erzählte Skipper Jes Gram-Hansen. „Nach den ersten beiden Tagen wurde jedoch deutlich, dass KZ-5 in einer eigenen Liga segelte: Das Team ist sehr gut gefahren und hat den Weltmeistertitel verdient. Von diesem Moment an wurde der zweite Platz zu unserem Ziel. Er war zu Beginn des heutigen Tages noch möglich, aber Kookaburra II segelte zwei ausgezeichnete Wettfahrten. Trotzdem können wir zufrieden sein: Das Team von Kiwi Magic hat einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht.“

Gram-Hansen bestätigte seine Absicht, weiterhin mit KZ-7 zu segeln. Sein besonderes Interesse gilt dabei den italienischen Veranstaltungen der Klasse und dem kommenden Termin in Neapel. Für den dänischen Segler wäre es zugleich die Rückkehr in eine Stadt, mit der er durch seine Zeit beim Team Mascalzone Latino eng verbunden ist. „Ich segle sehr gerne in Italien und hoffe, dass die Flotte zusammenbleibt. Regatten mit diesen Yachten sind fantastisch, und es wäre schön, bald weitere italienische Teams dabei zu sehen.“

Vorwindduell zwischen den beiden Kookaburras © Foto: G. Luzzatto

Enttäuschender fiel die Bilanz für Kookaburra III aus. Die Yacht zeigte eine bemerkenswerte Geschwindigkeit auf der Kreuz, konnte diese aber nicht in einen Podiumsplatz umsetzen. „Unsere Erwartungen waren etwas anders“, erklärte Eigner Maurizio Vecchiola. „Wir hatten nicht den Anspruch, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, aber mit einem Podiumsplatz hatten wir schon gerechnet. Die Yacht segelte hervorragende Kreuzkurse: In der ersten Wettfahrt heute hatten wir an der letzten Luvtonne 30 Sekunden Vorsprung auf Kookaburra II. Auf der Kreuz zeigt sie außergewöhnliche Leistungen, während sie auf dem Vorwindkurs größere Schwierigkeiten hat. Daran und am Zusammenspiel der Crew werden wir arbeiten.“

Kookaburra III wurde für die australische Ausscheidungsserie zum America’s Cup 1987 gebaut und gewann 1988 in Luleå die Grand-Prix-Weltmeisterschaft. Das Ergebnis von Imperia wird damit zum Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung. Vecchiola kündigte mit Blick auf die nächste Veranstaltung in Neapel ein entsprechendes Arbeitsprogramm an: „Diese Yacht besitzt einen großen Stammbaum. Wir werden hartnäckig daran arbeiten, sie weiter zu verbessern.“

Der Titel bleibt jedoch fest in den Händen von KZ-5, die für den Yacht Club Italiano antrat, mit Pietro D’Alì am Steuer, Flavio Favini als Taktiker und Tiziano Nava als Skipper und Großsegeltrimmer. Der Sieg gleich beim ersten echten Aufeinandertreffen mit der Flotte überraschte selbst Andy Bianchedi. Er hatte die Yacht gekauft, nachdem er in Newport ein Foto von ihr mit der Aufschrift „KZ-5 World Champion 2019“ gesehen hatte. Das Boot befand sich damals noch in den Vereinigten Staaten, war in einer Halle eingelagert und stand zum Verkauf. Aus dieser beinahe zufälligen Begegnung entstand das Projekt, die Yacht nach Europa zurückzubringen, sie bei Sangiorgio Marine in Genua vorbereiten und mit einem neuen Segelsatz ausstatten zu lassen. Der erste Start bei Les Voiles de Saint-Tropez hatte vor allem dazu gedient, das Boot kennenzulernen. Die Weltmeisterschaft in Imperia sollte der erste echte Vergleich mit der Flotte werden.

„Wir hatten nicht damit gerechnet zu gewinnen, schon gar nicht zwei Wettfahrten vor Schluss“, erzählte Bianchedi. „Wir wussten, dass wir gut gearbeitet hatten und die Yacht schnell war, aber wir hatten keine Vorstellung davon, wo wir im Vergleich zu den anderen standen. Dieses Projekt begann vor zwei oder drei Jahren. Gleich beim ersten Mal ein solches Ergebnis zu erzielen, macht mich sehr glücklich.“

Als wichtigste Grundlage des Erfolgs betrachtet Bianchedi vor allem den Aufbau der Mannschaft. Fast alle Segler an Bord von KZ-5 waren bereits mit ihm auf der ClubSwan 50, der Swan 98 oder dem 6-Meter Dan angetreten. Dadurch bestanden schon vor Beginn des Grand-Prix-Projekts gefestigte Beziehungen. „Wenn ich mir ein Verdienst zuschreiben darf, dann den, dass es mir gelungen ist, eine großartige Gruppe und eine entspannte Atmosphäre an Bord und an Land zu schaffen. Ich kenne diese Menschen seit vielen Jahren, wir sind viel zusammen gesegelt und ich kann sie als Freunde bezeichnen. Wir treffen uns auch außerhalb der Regattasaison. Ich organisiere Gelegenheiten, bei denen wir Zeit miteinander verbringen, und das hält uns zusammen.“

Eine Philosophie, bei der das Ergebnis wichtig bleibt, aber nicht zum einzigen Maßstab für das gemeinsame Erlebnis wird. „Mir liegen das gute Zusammenspiel und die Zufriedenheit innerhalb der Gruppe sehr am Herzen. Segeln ist für mich eine Freizeitbeschäftigung: Ich werde nicht wütend, wenn das Ergebnis ausbleibt, und suche keinen Schuldigen. Für mich zählt in erster Linie das Erlebnis. Wenn sich dann die Gelegenheit bietet, zuzubeißen, tun wir das. Diesmal kam auch noch der Sieg hinzu – das war das Tüpfelchen auf dem i. Ich freue mich für mich selbst, vor allem aber für die Jungs. Diese Haltung hat sich ausgezahlt.“

Giuliano Luzzatto

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