Ralph Chami

Ralph Chami

Ex-IWF-Ökonom Ralph Chami im Beirat der One Ocean Foundation

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04/11/2026 - 16:19
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Ralph Chami ist neues Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der One Ocean Foundation. Der Finanzökonom blickt auf mehr als dreißig Jahre Berufserfahrung zurück, davon fünfundzwanzig in Führungspositionen beim Internationalen Währungsfonds. Heute ist er Mitgründer und CEO von Blue Green Future sowie Mitgründer von Rebalance Earth. Die Stiftung gab die Berufung am 2. November in Mailand bekannt.

Chami und die Stiftung arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. In der Fachzeitschrift „Cell Reports Sustainability“ erschien kürzlich die Studie „Building equitable and nature-positive blue natural capital markets“, die Chami koordiniert hat, mit Beiträgen von Jan Pachner und Ambra Cozzi von der One Ocean Foundation. Ausgangspunkt war ein internationaler Runder Tisch, den die Stiftung 2024 an der SDA Bocconi School of Management veranstaltet hatte. Mit der Berufung rückt der Leiter dieser Studie in das Gremium, das die wissenschaftliche Arbeit der Stiftung lenkt. Erklärtes Ziel ist es, die blue natural capital, Nature Finance und den Zusammenhang zwischen gesunden Meeresökosystemen und wirtschaftlicher wie finanzieller Stabilität zu stärken.

Im Mittelpunkt steht eine konkrete Frage: Wie lässt sich privates Kapital für Schutz und Wiederherstellung der Meeresökosysteme mobilisieren, ohne die Natur zur Ware zu machen? Der Ansatz besteht darin, die wissenschaftliche Bewertung von Ökosystemleistungen in wirtschaftliche und politische Entscheidungen einzubeziehen. Ein Preisschild allein reicht nach Auffassung der Stiftung nicht aus. Nötig seien belastbare Messsysteme, Transparenz, Governance, klare Regeln und die direkte Beteiligung lokaler Gemeinschaften und indigener Völker. So betrachtet sind Meeresökosysteme nicht mehr nur ein Umweltthema, sondern Teil des Naturkapitals, mit Auswirkungen auf Beschäftigung, Steuereinnahmen, Management finanzieller Risiken, langfristige Investitionen und die Widerstandsfähigkeit der Märkte.

Chami argumentiert in dieselbe Richtung. Die Herausforderung gehe über ein Preisschild hinaus: Es gelte, den wirtschaftlichen Wert der Natur für Politik, Finanzmärkte und Gesellschaft sichtbar zu machen, denn gesunde Ökosysteme seien die Grundlage wirtschaftlichen Wohlstands und solider öffentlicher Finanzen. „Unsere Arbeit am Regenerative GDP (ReGDP™) soll ein neues Wirtschaftsmodell voranbringen, in dem Schutz und Wiederherstellung der Natur neue Einkommens- und Einnahmequellen für Staaten erschließen, die öffentlichen Finanzen stärken und dauerhafte Anreize für den Erhalt der Ökosysteme schaffen können“, sagt Chami.

Die Aufnahme in den wissenschaftlichen Beirat sei eine Gelegenheit, Forschung mit Wirtschaftspolitik und Finanzinnovation zu verbinden, fügte er hinzu, damit Meeresschutz nicht länger als Kostenfaktor, sondern als Investition in gemeinsamen Wohlstand gesehen werde.

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