Altagamma-Bain Monitor: Yachten bleiben Wachstumstreiber des Luxusmarktes – der Wert von Erlebnissen steigt weiter

Altagamma-Bain Monitor: Yachten bleiben Wachstumstreiber des Luxusmarktes – der Wert von Erlebnissen steigt weiter

Altagamma-Bain Monitor: Yachten bleiben Wachstumstreiber des Luxusmarktes – der Wert von Erlebnissen steigt weiter

Editorial

26/06/2026 - 12:09
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Der Luxusmarkt wächst weiter, allerdings mit deutlich anderen Dynamiken als in den vergangenen Jahren. Dies ist die wichtigste Erkenntnis des Altagamma-Bain Monitors 2026, der einen Markt beschreibt, der sich immer weniger am Erwerb des Luxusgutes selbst orientiert und zunehmend von personalisierten, authentischen und emotional geprägten Erlebnissen bestimmt wird.

Laut der Studie erreichte der weltweite Markt für Luxusgüter und -dienstleistungen 2025 ein Volumen von 1,443 Billionen Euro und dürfte sich 2026 zwischen 1,440 und 1,470 Billionen Euro bewegen, was einem erwarteten Wachstum zwischen 0 % und 2 % entspricht. Dynamischer entwickelt sich das Segment der persönlichen Luxusgüter, das um 2 % bis 4 % wachsen und ein Marktvolumen zwischen 365 und 373 Milliarden Euro erreichen soll.

Für die Yachtbranche ist insbesondere der Bereich der Erlebnisangebote von Bedeutung. Die Studie zeigt, dass die Nachfrage nach Erlebnissen eineinhalbmal so schnell wächst wie die nach materiellen Gütern und bestätigt damit einen inzwischen strukturellen Wandel der Verbraucherpräferenzen.

Innerhalb dieser Kategorie zählen Luxushotellerie, Privatjets, Megayachten und Kreuzfahrten zu den widerstandsfähigsten Segmenten des gesamten Luxusmarktes. Getragen wird dieses Wachstum durch die qualitative Weiterentwicklung des Angebots, weiterhin gut gefüllte Auftragsbücher und die Fähigkeit, neue Kundengruppen zu gewinnen. Der Bericht zeigt außerdem, dass auch die Spitzengastronomie und Gourmetprodukte weiterhin vom Trend “weniger, aber besser” profitieren. Verbraucher sind zunehmend bereit, für hochwertige Erlebnisse mehr auszugeben, anstatt die Menge ihres Konsums zu erhöhen. Komplexer gestaltet sich die Lage in anderen Bereichen. Luxusautomobile leiden unter den Herausforderungen der Elektrifizierung, während Premium-Weine und Spirituosen eine schwächere Nachfrage verzeichnen. Auch Design- und Einrichtungsprodukte zeigen Anzeichen einer Abschwächung.

Aus geografischer Sicht identifiziert der Monitor drei unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten.

Nord- und Südamerika sind derzeit der wichtigste Wachstumsmotor. In den USA steigen die Käufe in allen wesentlichen Luxussegmenten, während amerikanische Luxusmarken im ersten Quartal 2026 – bereinigt um Wechselkurseffekte – Zuwächse zwischen 10 % und 15 % verzeichneten. Angetrieben wird diese Entwicklung vor allem von Verbrauchern unter 35 Jahren sowie der gehobenen Mittelschicht, deren Ausgaben nahezu doppelt so schnell wachsen wie die der vermögendsten Käufer. China zeigt hingegen erste, vorsichtige, aber konkrete Anzeichen einer Erholung. Die Online-Verkäufe von Luxusgütern stiegen im ersten Quartal um 25 % bis 35 %, insbesondere im Bekleidungssegment, während statusorientierte Käufe an Bedeutung verlieren. Europa bleibt dagegen die schwächste Region. Der Rückgang des internationalen Tourismus, verstärkt durch weniger Besucher aus dem Nahen Osten, belastete die Nachfrage erheblich. Die Daten zu den Tax-Free-Erstattungen im Mai zeigen jedoch erste Erholungstendenzen, die durch eine steigende Nachfrage amerikanischer, chinesischer und nahöstlicher Touristen gestützt werden.

Noch stärker als die Zahlen selbst dürfte der vom Monitor beschriebene kulturelle Wandel die tiefgreifendste Veränderung des Sektors darstellen. Nach Einschätzung von Bain & Company wenden sich die Verbraucher nicht vom Luxus ab, sondern definieren dessen Bedeutung neu. Der Fokus verlagert sich zunehmend vom Besitz hin zur Qualität des Erlebnisses und von der Statusdemonstration zur persönlichen Selbstverwirklichung. Diese Entwicklung zeigt sich auch im Kaufverhalten. Mehr als 70 % der Verbraucher, die ihre Luxuskäufe in den vergangenen Jahren reduziert haben, geben an, künftig wieder Luxusprodukte erwerben zu wollen – allerdings nicht unbedingt bei denselben Marken oder in denselben Produktkategorien.

Zu den wichtigsten Neuerungen des Monitors zählt die wachsende Bedeutung der künstlichen Intelligenz. Etwa die Hälfte aller Luxuskonsumenten nutzt bereits KI-basierte Anwendungen während des Kaufprozesses, und nahezu alle wollen dies auch künftig tun. Jeder vierte Verbraucher verwendet künstliche Intelligenz, um neue Marken und Produkte zu entdecken, während rund zwei Drittel KI einsetzen, um verschiedene Alternativen vor der endgültigen Kaufentscheidung zu vergleichen. Für Luxusmarken bedeutet dies, dass ihre Sichtbarkeit und Relevanz innerhalb KI-gestützter Such- und Empfehlungssysteme zu einem zunehmend strategischen Faktor wird.

Die Studie identifiziert außerdem drei weitere Entwicklungen, die den Sektor prägen werden. Mehr als 80 % des gesamten Luxusmarktvolumens entfallen heute auf Marken, die in den vergangenen zwölf Monaten in Sportsponsoring investiert haben. Dieses gilt zunehmend als wichtiges Instrument zur Steigerung der Markenbekanntheit und kulturellen Relevanz. Auch der Second-Hand-Markt wächst weiter. Rund die Hälfte der Verbraucher informiert sich heute zunächst über den Gebrauchtmarkt, bevor sie ein neues Produkt kauft. Gleichzeitig haben sich die Online-Suchanfragen nach Vintage-Handtaschen gegenüber 2025 mehr als verdoppelt. Schließlich gewinnt die Personalisierung weiter an Bedeutung. Immersive Erlebnisse, entschleunigtes Reisen und weniger konventionelle Reiseziele ersetzen zunehmend traditionelle Luxusmodelle und bestätigen eine Nachfrage, die sich immer stärker auf Authentizität, Emotion und persönliche Einbindung konzentriert.

Für die Yachtbranche liefert der Altagamma-Bain Monitor somit eine klare Aussage: In einem Markt mit selektiverem Wachstum profitieren Megayachten weiterhin von der steigenden Nachfrage nach exklusiven und individuell gestalteten Erlebnissen. Diese Entwicklung bestätigt, dass für einen wachsenden Teil der internationalen Kundschaft der Wert von Luxus immer weniger im Besitz eines Gutes liegt, sondern zunehmend in der Qualität des Erlebnisses, das dieses Gut ermöglicht.

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