TISG: Costantino eröffnet den Wettbewerb um neue Investoren. Sanlorenzo und SRI Global-Finvacchi treten in ein formelles Bieterverfahren ein
Auf die Phase der Interessenbekundungen folgt nun ein formelles Wettbewerbsverfahren. The Italian Sea Group hat den Start des Prozesses bekannt gegeben, der im Rahmen der Restrukturierung des Unternehmens zur Auswahl neuer Investoren führen soll. Dabei gelten für alle Interessenten einheitliche Regeln, Fristen und Teilnahmebedingungen.
Damit wird ein Prozess fortgeführt, der sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet hatte. Einerseits liegt das unwiderrufliche Angebot von Sanlorenzo über Polo Nautico Carrara zum Erwerb des gesamten Unternehmensumfangs vor, vorbehaltlich eines erfolgreichen Abschlusses der Due Diligence. Andererseits haben SRI Global und Finvacchi eine unverbindliche Interessenbekundung abgegeben, die ebenfalls auf den Erhalt der Unternehmensgruppe als Ganzes abzielt. Die heute veröffentlichte Mitteilung führt diese sowie mögliche weitere Angebote in einem einzigen Wettbewerbsverfahren zusammen, das von Meti Corporate Finance und KPMG Advisory als gemeinsame Financial Advisors begleitet und unter der Aufsicht der gerichtlich bestellten Kommissare durchgeführt wird.
Nach Angaben des Unternehmens soll das Verfahren die zahlreichen bereits eingegangenen Interessenbekundungen in einen einheitlichen Rahmen überführen und allen Teilnehmern durch Vertraulichkeitsvereinbarungen, ein Process Letter, einen Datenraum und einheitliche Fristen gleiche Informations- und Teilnahmebedingungen gewährleisten. Neben Sanlorenzo und dem von SRI Global und Finvacchi geführten Investorenkonsortium aus Bologna gilt auch das Interesse weiterer bedeutender Akteure der italienischen Yachtindustrie – darunter Baglietto, Azimut/Benetti und Ferretti Group – sowie internationaler Unternehmen, insbesondere aus Nordeuropa, als gesichert. Vor allem die Produktionsstandorte von TISG scheinen dabei mindestens ebenso attraktiv zu sein wie die Marken des Unternehmens.
Nach Angaben von TISG soll das Verfahren Transparenz, Gleichbehandlung und Vergleichbarkeit der Angebote sicherstellen, damit die Vorschläge im Interesse der Gläubiger bewertet werden können. Vorgesehen sind zwei mögliche Transaktionsstrukturen. Die erste ist ein Asset Deal, der entweder das gesamte Unternehmen oder einzelne Geschäftsbereiche beziehungsweise Vermögenswerte umfassen kann. Zum möglichen Transaktionsumfang gehören die Werften in Marina di Carrara und La Spezia, der Standort Viareggio, die Marken Admiral, Perini, Picchiotti und Tecnomar sowie die Beteiligungen an Celi S.r.l. und TISG Turkey Yat Tersanecilik A.Ş. Angebote für mehrere Teilbereiche sind ebenfalls zulässig und können vom Unternehmen gemeinsam bewertet werden, sofern dadurch ein höherer Gesamterlös erzielt werden kann.
Alternativ sieht das Verfahren einen Share Deal in Form einer Kapitalerhöhung vor, die der Rekapitalisierung des Unternehmens und der Wiederherstellung der finanziellen Voraussetzungen für die Fortführung des Geschäftsbetriebs dienen soll.
Die Frist für die Einreichung unverbindlicher indikativer Angebote endet am 15. September 2026 um 12:00 Uhr (MESZ). Die für die zweite Phase ausgewählten Investoren erhalten Zugang zur Due Diligence und müssen ihre verbindlichen Angebote bis zum 15. Oktober einreichen. Das Signing ist derzeit für den 26. Oktober vorgesehen, vorbehaltlich gesellschaftsrechtlicher, regulatorischer und gerichtlicher Genehmigungen.
Den vollständigen Pressemitteilung von The Italian Sea Group zum Start des Wettbewerbsverfahrens finden Sie am Ende dieser Seite.
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