Giovanni Costantino, Präsident und Chief Executive Officer der The Italian Sea Group

Giovanni Costantino, Präsident und Chief Executive Officer der The Italian Sea Group

The Italian Sea Group: Krise erreicht Wendepunkt zwischen Vergleichsverfahren und Erneuerung des Verwaltungsrats

Editorial

07/07/2026 - 08:30
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Die Krise der The Italian Sea Group entwickelt sich weiter und tritt nun in eine entscheidende Phase aus juristischer, industrieller und beschäftigungspolitischer Sicht ein. Nachdem das Unternehmen am 1. Juli einen Antrag auf einen sogenannten „Blanko-Vergleich mit Gläubigern“ eingereicht hatte, hat das Gericht von Florenz der Gruppe 60 Tage Zeit eingeräumt, ihren Restrukturierungsplan zusammen mit einem Vorschlag für die Gläubiger vorzulegen. Gleichzeitig ernannte das Gericht am 3. Juli drei gerichtliche Kommissare – Niccolò Abriani, Riccardo Forgheschi und Manuela Olastri –, die das Verfahren bis zu einer möglichen gerichtlichen Bestätigung des Vergleichsplans begleiten werden. Die Alternative bleibt die gerichtliche Liquidation.

Diese Entwicklungen standen im Mittelpunkt eines Treffens, das am 6. Juli vom Präfekten von Massa-Carrara einberufen wurde und an dem Vertreter der lokalen Institutionen, des Unternehmens und der Gewerkschaften teilnahmen. Nach Berichten der lokalen Medien wurde dabei bestätigt, dass die derzeitige Unternehmensführung formell im Amt bleibt, zugleich jedoch die Möglichkeit eines vollständigen Austauschs des Verwaltungsrats im Rahmen des Restrukturierungsprozesses erörtert wurde.

Nach Angaben von Nicola Del Vecchio, Generalsekretär der CGIL Massa-Carrara, erklärte das Unternehmen während des Treffens, dass eine Fortführung der Geschäftstätigkeit angestrebt werde, begleitet von einer vollständigen Erneuerung des Verwaltungsrats sowie der Positionen des Präsidenten und des Chief Executive Officer. Die Gewerkschaft forderte außerdem die unverzügliche Einrichtung eines regionalen Krisentisches unter Beteiligung der Region Toskana, des Ministeriums für Unternehmen und Made in Italy sowie der gerichtlichen Kommissare.

Im Bereich der Beschäftigung bestätigte das Unternehmen die Einführung der außerordentlichen Lohnausgleichskasse (CIGS) für rund 200 der insgesamt etwa 530 direkt beschäftigten Mitarbeiter. Die Maßnahme soll im Rotationsprinzip angewendet werden. Zudem erklärte sich das Unternehmen bereit, die vom italienischen Sozialversicherungsträger INPS auszuzahlenden Leistungen vorzufinanzieren und damit einer Forderung der Gewerkschaften nachzukommen, um die finanziellen Auswirkungen für die Beschäftigten zu begrenzen.

Weiterhin ungelöst bleibt die Situation der Zulieferunternehmen. Derzeit wurde mehreren Unternehmen aus dem Netzwerk der The Italian Sea Group die ordentliche Lohnausgleichskasse nicht bewilligt. Nach Angaben der Gewerkschaften betrifft dies Hunderte von Beschäftigten, die seit Monaten keinen Lohn erhalten haben.

Die Bürgermeisterin von Carrara, Serena Arrighi, bezeichnete die Situation nach dem Treffen als „äußerst besorgniserregend“ und betonte, dass die nächsten Schritte maßgeblich von der Arbeit der gerichtlichen Kommissare sowie von der Suche nach einer industriellen Lösung abhängen werden, die die Fortführung der Geschäftstätigkeit gewährleisten kann.

Als nächster Schritt wird nun die Einberufung des von den Gewerkschaften geforderten regionalen Krisentisches erwartet. An diesem sollen auch die vom Gericht ernannten Kommissare teilnehmen, um die möglichen Zukunftsszenarien für die Werft der The Italian Sea Group in Marina di Carrara zu definieren.

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