Massimo Perotti, Executive Chairman von Sanlorenzo

Massimo Perotti, Executive Chairman von Sanlorenzo

Sanlorenzo beteiligt sich an Konsortium zur Übernahme der The Italian Sea Group

Editorial

28/07/2026 - 07:10
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Nach Monaten der Krise, zahlreicher Spekulationen über die Zukunft des Unternehmens und der Arbeit der gerichtlich bestellten Kommissare im Rahmen des Restrukturierungsverfahrens hat die The Italian Sea Group erstmals einen industriellen Partner mit einem klaren Namen, erheblichem Gewicht und einer konkreten Verpflichtung gefunden: Sanlorenzo. Das von Massimo Perotti geführte Unternehmen hat seinen Beitritt zu dem von der neu gegründeten Polo Nautico Carrara S.r.l. (PNC) initiierten Projekt bekannt gegeben. Die Gesellschaft mit Konsortialfunktion wurde gegründet, um eine Interessenbekundung, begleitet von einem besicherten Kaufangebot, für den Erwerb des gesamten Unternehmens des Werftstandorts Marina di Carrara einzureichen.

Den ersten Schritt unternahm Riccardo Cima, der die Interessenbekundung im Namen der Initiatoren von PNC sowohl bei TISG als auch bei den vom Gericht in Florenz bestellten Kommissaren eingereicht hat. Dies erfolgte nach dem Antrag des Unternehmens auf Zugang zu einem Restrukturierungsverfahren gemäß Artikel 44 des italienischen Gesetzbuches über Unternehmenskrisen und Insolvenz. Das Angebot beinhaltet zudem die Verpflichtung, an einem möglichen wettbewerblichen Verkaufsverfahren für die Veräußerung des Unternehmens teilzunehmen.

Das Ziel der Polo Nautico Carrara geht über den reinen Erwerb des Unternehmens hinaus. Die Gesellschaft mit Konsortialfunktion wurde gegründet, um Arbeitsplätze zu sichern, die Wiederaufnahme der industriellen Tätigkeit zu fördern, die Lieferkette zu stärken und die für den Yachtbau sowie für Refit-, Slip- und Kranarbeiten erforderliche Infrastruktur am Standort zu erhalten.

Die geplante Gesellschafterstruktur sieht vor, dass 10 % des Kapitals von einer italienischen Gesellschaft gehalten werden, die Riccardo Cima gemeinsam mit einigen Lieferanten von TISG gründen wird. Die übrigen 90 % sollen von zwei oder drei international bedeutenden Werften übernommen werden, mit denen sich die Gespräche bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. In diesem Rahmen hat Sanlorenzo seine Absicht bestätigt, sich mit einer Minderheitsbeteiligung an PNC zu beteiligen, und eine Patronatserklärung abgegeben, um die Teilnahme des Konsortiums am künftigen Wettbewerbsverfahren zu unterstützen. Diese deckt bis zu 10 % des Kaufpreises als Garantie für die mit dem Angebot eingegangenen Verpflichtungen ab.

Das Angebot umfasst das gesamte Unternehmen der The Italian Sea Group, das frei von Schulden und Forderungen übertragen werden soll. Die Fortführung und Fertigstellung der laufenden Yachtbauprojekte wird hingegen von direkten Verhandlungen mit den jeweiligen Eignern abhängen. Obwohl das Angebot bereits einen Kaufpreis enthält, werden der Mindestpreis und die Bedingungen des Wettbewerbsverfahrens von den zuständigen Organen des Insolvenzverfahrens festgelegt.

„Wir haben uns entschieden, dieses Projekt zu unterstützen, weil wir überzeugt sind, dass sich die Rolle eines führenden Unternehmens nicht allein an seiner Fähigkeit messen lässt, wirtschaftlichen Wert zu schaffen. Ebenso wichtig ist die Verantwortung, Arbeitsplätze zu sichern, strategisches Know-how zu erhalten und die Kontinuität industrieller Aktivitäten zu gewährleisten, die für die Region von grundlegender Bedeutung sind“, erklärte Massimo Perotti. Der Executive Chairman von Sanlorenzo verwies zudem auf den bereits geleisteten Beitrag des Unternehmens zur Entwicklung des Polo Nautico di Viareggio und betonte, dass Sanlorenzo seine industrielle Stärke sowie seine langfristige strategische Vision in das Projekt einbringen wolle.

Die Wirksamkeit des Angebots steht weiterhin unter dem Vorbehalt einer erfolgreichen Due Diligence des Unternehmens, der Einleitung des Wettbewerbsverfahrens sowie der Erfüllung weiterer im Angebot festgelegter Bedingungen. Darüber hinaus basiert das Angebot auf der Annahme, dass der Verkauf im Rahmen eines Insolvenzverfahrens erfolgt, das eine lastenfreie Übertragung des Unternehmens sowie den Ausschluss einer gesamtschuldnerischen Haftung des Erwerbers für bestehende Verbindlichkeiten ermöglicht.

Unabhängig von den rechtlichen und verfahrenstechnischen Aspekten markiert die Mitteilung einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der The Italian Sea Group. Erstmals seit Beginn der Krise liegt ein strukturiertes industrielles Projekt vor, das von einem der führenden italienischen Yachtbauer getragen wird und weiteren internationalen Werften sowie Unternehmen der Zulieferkette offensteht. Sollte die Transaktion erfolgreich abgeschlossen werden, könnte sie den Ausgangspunkt für den Neustart der Werft in Marina di Carrara bilden und gleichzeitig das im dortigen Yachtbaucluster aufgebaute industrielle Know-how und die Fachkompetenz sichern.

 

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