The Italian Sea Group, Marina di Carrara
The Italian Sea Group: Gewerkschaften legen Bedingungen für den Neustart fest – entscheidendes Treffen mit der Region Toskana am 20. Juli
Die Krise von The Italian Sea Group steuert auf einen weiteren institutionellen Meilenstein zu, während die lokale Presse nahezu täglich neue Einzelheiten veröffentlicht. Wie PressMare bereits berichtet hatte, werden Fim Cisl und Uilm Uil am 20. Juli von der Kriseneinheit der Region Toskana empfangen, um über die industrielle und beschäftigungspolitische Zukunft der Gruppe zu beraten. Gleichzeitig hat auch die Fiom Cgil ihre Position zu möglichen Lösungen für einen Neustart oder einen Eigentümerwechsel festgelegt.
Das Treffen findet kurz nach zwei Entwicklungen statt, die die Ausgangslage verändert haben: der Bestätigung der Schutzmaßnahmen durch das Gericht in Florenz im Rahmen des sogenannten "Blanko-Konkordats" sowie der Ankündigung des Unternehmens, für rund 200 direkt Beschäftigte die außerordentliche Kurzarbeit (CIGS) im Rahmen des Sanierungsprozesses zu beantragen.
Nach Auffassung von Fim Cisl und Uilm Uil darf sich das Treffen nicht ausschließlich auf die direkt Beschäftigten konzentrieren, sondern muss die gesamte Lieferkette einbeziehen. Insgesamt sind mehr als 2.000 Arbeitsplätze betroffen. Deshalb haben die beiden Gewerkschaften mehrere Bedingungen formuliert, die sie für unverzichtbar halten: die direkte Auszahlung der Kurzarbeitsleistungen durch das Unternehmen, um Verzögerungen bei der INPS zu vermeiden; eine ausgewogene Rotation der Arbeitsaussetzungen; die vollständige Wahrung der tariflichen Ansprüche während der Kurzarbeit sowie eine andere Regelung der Urlaubsplanung, die nach Ansicht der Gewerkschaften derzeit immer dieselben Beschäftigtengruppen benachteiligt.
Ein weiteres Thema, das nach Ansicht von Fim und Uilm stärker berücksichtigt werden muss, betrifft die Unternehmen des Fremdleistungs- und Subunternehmerbereichs. Viele dieser Betriebe, die bereits Kürzungen ihrer Forderungen gegenüber TISG hinnehmen mussten, sollen von der INPS Ablehnungen ihrer Anträge auf ordentliche Kurzarbeit (CIGO) erhalten haben. Diese doppelte Belastung wollen die Gewerkschaften durch ein gezieltes Eingreifen der Region Toskana überwinden.
Parallel dazu hat die Fiom Cgil ihre Leitlinien für die nächsten Schritte der Krise formuliert – unabhängig davon, ob es zu einer Fortführung des Unternehmens oder zum Einstieg neuer Investoren kommt. Nach Auffassung der Metallgewerkschaft muss jedes industrielle Konzept den bestehenden Beschäftigungsumfang vollständig erhalten – sowohl bei den direkt Beschäftigten als auch bei den Mitarbeitern der Fremd- und Subunternehmen. Ebenso lehnt die Fiom eine Aufspaltung der Produktionsstandorte kategorisch ab. Für sie muss die Unternehmensgruppe als geschlossene industrielle Einheit bestehen bleiben und die Werft in Marina di Carrara (rund 120.000 Quadratmeter), die Werft in La Spezia (weitere 30.000 Quadratmeter) sowie Celi 1920, die zur TISG gehörende Schreinerei in Terni, zusammenhalten.
Ihre Haltung fasst die Gewerkschaft in einem Bild zusammen, das die kommenden Verhandlungen wohl begleiten wird: „Wer sich die Kirsche auf dem Kuchen holen will, muss zuerst den ganzen Kuchen übernehmen – einschließlich der gesamten Zulieferkette.“
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