SailGP Sassnitz: Australien siegt vor Kanada und Spanien
Die Bonds Flying Roos von Tom Slingsby haben den Rockwool Germany Sail Grand Prix in Sassnitz gewonnen. Im Finale setzte sich das australische Team vor NorthStar Canada, den spanischen Los Gallos und den neuseeländischen Black Foils durch. Für Australien war es bereits der fünfte Sieg in der SailGP-Saison 2026, womit die Mannschaft ihre Führung im Rolex SailGP Championship weiter ausbaute.
Nach den extremen Bedingungen am Samstag, als das französische DS Automobiles SailGP Team mit 107,63 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hatte, zeigte sich das Revier am Sonntag von einer anderen Seite. Regen, eingeschränkte Sicht und ein unbeständiger Wind machten die Suche nach den stärkeren Druckzonen zur entscheidenden Aufgabe. Phasen mit hohen Geschwindigkeiten wechselten sich mit abrupten Windlöchern ab, in denen die F50 ihre Foils verlassen mussten.
Der Auftakt des Tages gehörte dem Germany SailGP Team. Die Mannschaft um Erik Heil kam zunächst nicht gut aus der Startphase, fand jedoch eine Winddrehung, die von den Konkurrenten ungenutzt blieb. Innerhalb kurzer Zeit arbeitete sich das deutsche F50 vom Ende des Feldes an die Spitze und gewann den Lauf. Es war bereits der zweite Sieg in Folge, nachdem das Team am Samstag die abschließende Gruppenregatta vor heimischem Publikum für sich entschieden hatte.

Das Ergebnis brachte das deutsche Team wieder in den Kampf um den Finaleinzug. Vor dem letzten Lauf der Gruppe B lagen Artemis und NorthStar mit jeweils zwölf Punkten an der Spitze, während Deutschland und die Bonds Flying Roos jeweils elf Zähler aufwiesen. Damit hatten vier Teams noch realistische Chancen auf einen der beiden Finalplätze.
Im entscheidenden Lauf setzte sich NorthStar Canada durch. Slingsby und die Bonds Flying Roos belegten den zweiten Platz und sicherten sich damit ebenfalls die Finalteilnahme. Artemis folgte in der Gruppenwertung mit 14 Punkten, während das Germany SailGP Team nach zwei aufeinanderfolgenden Laufsiegen bei zwölf Punkten blieb.
Für die deutsche Mannschaft war es ein widersprüchliches Heimwochenende. Erik Heil und seine Crew gewannen zwei der fünf Gruppenrennen, mehr als jedes andere Team der Gruppe mit Ausnahme der Australier, konnten die weniger guten Platzierungen aus den übrigen Läufen jedoch nicht vollständig ausgleichen. Besonders der Sieg am Sonntag zeigte, wie gut die Mannschaft schwierige Windbedingungen lesen und nutzen kann. Gleichzeitig machte das neue Format mit zwei getrennten Gruppen deutlich, wie entscheidend Konstanz ist: Ein einziger schwächerer Lauf kann den Zugang zum Finale trotz mehrerer Siege verhindern.
Deutschland beendete den Sail Grand Prix in Sassnitz auf dem siebten Gesamtrang. In der Saisonwertung liegt das Team, das von Unternehmer Thomas Riedel und dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel unterstützt wird, nach neun von 13 Veranstaltungen auf Platz acht.
In Gruppe A sicherten sich die Black Foils bereits im ersten Lauf des Tages ihren Platz im Finale. Peter Burling und seine Crew führten vom ersten bis zum letzten Gate und waren damit vor der abschließenden Regatta nicht mehr von einem der beiden Qualifikationsplätze zu verdrängen. Dahinter blieb das Duell zwischen dem französischen Team von Quentin Delapierre und Los Gallos offen.

Die Entscheidung fiel zugunsten der Spanier. Diego Botín und seine Mannschaft gewannen den letzten Gruppenlauf, während Frankreich, das mit drei Punkten Vorsprung in den Sonntag gegangen war, über weite Strecken hinter den Black Foils festhing und in der Schlussphase einen weiteren Fehler machte. Los Gallos zogen mit 16 Punkten ins Finale ein, Frankreich blieb mit 14 Punkten trotz des am Vortag aufgestellten Geschwindigkeitsrekords draußen.
Im Viererfinale übernahm Slingsby unmittelbar nach dem Start die Führung. Die Australier bauten ihren Vorsprung in der ersten Hälfte des Rennens aus und erreichten das Ziel, bevor der Wind nahezu vollständig zusammenbrach. NorthStar, Los Gallos und die Black Foils fielen hinter ihnen von den Foils und mussten auf den letzten Metern nach den wenigen verbliebenen Windfeldern suchen.
Kanada verteidigte den zweiten Platz. Spanien und Neuseeland erreichten die Ziellinie nahezu gleichzeitig, doch die Black Foils erhielten eine Strafe, weil sie Los Gallos an der Kursbegrenzung nicht ausreichend Raum gelassen hatten. Dadurch ging Rang drei an Spanien, während Burling und seine Crew auf den vierten Platz zurückfielen.
Mit dem Sieg in Sassnitz erhöhen die Bonds Flying Roos ihr Punktekonto auf 76 Zähler und führen die Saisonwertung weiterhin vor Los Gallos und dem schwedischen Artemis SailGP Team an. Die nächste Veranstaltung des Rolex SailGP Championship findet am 5. und 6. September in Valencia statt.
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