ZF Condition Monitoring und AutoTroll 2, SMM 2026

ZF Condition Monitoring und AutoTroll 2, SMM 2026

ZF zeigt Condition Monitoring und AutoTroll 2 auf der SMM

Zubehör

01/09/2026 - 10:25

ZF zeigt auf der SMM 2026, die vom 1. bis 4. September in Hamburg stattfindet, sein Condition-Monitoring-System und die neueste Generation der Drehzahlregelung AutoTroll mit einer optionalen Feuerlöschfunktion für Schiffe mit Ruderpropellern. Das Unternehmen ist in Halle A3 an Stand 219 vertreten und präsentiert dort auch seine Ruderpropeller- und Getriebetechnik.

Das Condition Monitoring verbindet Hardware an Bord mit einer Cloud-Auswertung und verfolgt so das Verhalten des Antriebsstrangs. Daten aus der Getriebeelektronik und den angeschlossenen Sensoren, darunter Drehzahl, Druck, Temperatur und Betriebsarten, werden erfasst, verarbeitet und über eine gesicherte Mobilfunkverbindung an eine Backend-Plattform übertragen. Nach Angaben von ZF unterstützt das System eine zustandsorientierte Instandhaltung, senkt Ausfallzeiten und verbessert die Flotteneffizienz. Für eine Proof-of-Concept-Demonstration arbeitet das Unternehmen mit der dänischen Reederei Molslinjen zusammen.

"Betriebseffizienz auf See hängt nicht allein von der Antriebsleistung ab. Sie erfordert Transparenz, Kontrolle und die Möglichkeit, auf Basis realer Daten fundierte Entscheidungen zu treffen", sagt Florian Götz, Head of Sales Commercial and Fast Craft bei ZF. "Mit unserem Condition-Monitoring-System helfen wir Betreibern, ihre Antriebsstränge besser zu verstehen, die Leistung zu optimieren und zu einem sicheren und planbaren Betrieb über die Zeit beizutragen."

AutoTroll 2 arbeitet mit einer geschlossenen Regelung, die die Propellerdrehzahl schneller und genauer nachführt als die Vorgängerversion. Als Einsatzfelder nennt ZF Anlegemanöver und Betrieb mit dynamischer Positionierung. Bedienpersonal kann zwischen fünf Schaltcharakteristiken wählen, von einer sehr weichen Reaktion, etwa beim langsamen Folgen eines Fischschwarms, bis zu einem direkteren Verhalten, etwa bei der Vorführung der Motorleistung einer Sportyacht. Eine einzige Konfiguration deckt konventionelles und DP-Trolling ab; je nach Betriebsart passt das System Parameter wie die zulässige Motordrehzahl automatisch an und schützt so die Bauteile des Antriebsstrangs.

Die Kommunikation läuft über CAN. ZF verweist auf geringeren Verkabelungsaufwand und auf die Möglichkeit, Diagnose- und Statusdaten zwischen den Systemen auszutauschen. Das System ist so ausgelegt, dass es die aktuellen Cybersicherheitsanforderungen an elektronische Steuergeräte im maritimen Einsatz erfüllt.

Die Feuerlöschfunktion ist eine optionale Erweiterung von AutoTroll für Ruderpropeller. Sie steuert die Drehzahl bei Löscheinsätzen mit Festpropellern. Grundlage ist eine ausgelegte Kupplungsschlupfauslegung, mit der der Motor die maximale Drehzahl für den Antrieb der Löschmonitorpumpe erreicht, ohne diese Drehzahl auf den Wellenstrang zu übertragen. Das Schiff bleibt manövrierfähig, während die Löschanlage arbeitet. Zusätzliche Sensoren, Kühlkonzepte und Regelfunktionen beherrschen die höhere thermische Belastung der Bauteile bei diesen lang andauernden Einsätzen.

Weil Antriebssteuerung und Feuerlöschfunktion in einer Systemarchitektur liegen, sind weniger getrennte Lösungen an Bord nötig. Die Funktion ist für alle Ruderpropellergrößen der Baureihe AT WM ab ZF AT 40 verfügbar.

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