Officina Italiana Design, eine kohärente Entwicklung: von Runabouts zu Superyachten
Officina Italiana Design, eine kohärente Entwicklung: von Runabouts zu Superyachten
Officina Italiana Design hat sich in den vergangenen dreißig Jahren als eine der bekanntesten Größen im internationalen Yacht-Design etabliert und eine Gestaltungssprache entwickelt, die durch formale Kohärenz, Präzision und die kontinuierliche Suche nach Gleichgewicht geprägt ist. Das 1994 von Mauro Micheli und Sergio Beretta gegründete Studio hat im Laufe der Zeit eine eigenständige Identität aufgebaut, die eng mit der Zusammenarbeit mit Riva verbunden ist.
Seit seiner Gründung verantwortet Officina Italiana Design sowohl das Exterieur- als auch das Interieurdesign der gesamten Riva-Palette und trägt damit zur Neuinterpretation einer Marke bei, die historisch mit Holz-Motorbooten der 1960er Jahre wie der Aquarama verbunden ist, während sie gleichzeitig in Richtung unterschiedlicher Größenklassen und Segmente weiterentwickelt wird.
Nach Ansicht von Mauro Micheli, Chief Designer des Studios, durfte der Bezug zum historischen Modell nicht zu einer gestalterischen Einschränkung werden: „Sich an den Mythos Aquarama zu binden, hätte Stillstand bedeutet.“ In diesem Zusammenhang stellte die Aquariva einen entscheidenden Schritt dar und zeigte, wie sich eine Ikone erneuern lässt, ohne ihre Identität zu verlieren – durch einen Ansatz, der auf Reduktion, Ausgewogenheit und Präzision basiert.
Im Laufe der Zeit hat dieser Prozess die schrittweise Entwicklung von Riva begleitet und dazu beigetragen, dass sich die Marke auch im Segment großer Yachten positioniert hat. Mit der Riva Superyacht Division wurden die Riva 50 Metri mit drei Einheiten realisiert, gefolgt vom Stapellauf der 54 Metri im Sommer 2025, der Präsentation des Projekts Riva 42 Metri Caravelle sowie der Ankündigung der Riva 70 Metri, dem derzeit größten geplanten Modell der Werft.
Parallel dazu hat Officina Italiana Design spezifische Kompetenzen im Segment großer Yachten entwickelt, beginnend 2015 mit Projekten für Sanlorenzo, darunter die Modelle 52 Steel und 64 Steel. Wie Sergio Beretta, CEO des Studios, hervorhebt, stellte dies einen bedeutenden Schritt dar – nicht nur in Bezug auf die Dimensionen, sondern auch auf die gestalterische Komplexität.
Die Erfahrung auf Plattformen von über 50 Metern ermöglichte es dem Studio, Lösungen zur Raumorganisation und zur Beziehung zum maritimen Umfeld zu vertiefen. Dazu zählen vollständig offene Beach Areas, Heckkonfigurationen mit mehreren Öffnungen, Pools als architektonische Elemente sowie Konzepte, die eine Kontinuität zwischen Innen- und Außenbereichen schaffen.
Für Micheli wurden größere Dimensionen nicht als Einschränkung interpretiert, sondern als Möglichkeit, die gestalterische Freiheit zu erweitern und gleichzeitig stilistische Kohärenz und Markenidentität zu bewahren.
Officina Italiana Design hat das Wachstum in der Größe daher nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als eine gestalterische Entwicklung, die von Maß und Ausgewogenheit geleitet wird. In diesem Zusammenhang bleibt die Kunst – sowohl klassisch als auch zeitgenössisch – eine zentrale Inspirationsquelle für Proportionen und Volumen.
Wie Beretta betont, besteht das Ziel weiterhin darin, ein Gleichgewicht zwischen Form, Funktion und Charakter zu wahren und zu vermeiden, dass zunehmende Größe zu Übermaß führt. Der kreative Prozess basiert weiterhin auf einer starken gestalterischen Idee, die auf unterschiedliche Längen übertragen werden kann.
Die auf kleineren Einheiten entwickelten stilistischen Elemente wurden daher schrittweise auf größere Yachten übertragen und neu interpretiert, wobei trotz unterschiedlicher technischer, funktionaler und räumlicher Anforderungen eine gestalterische Kontinuität erhalten blieb.
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