SailGP-Geschwindigkeitsrekord in Sassnitz gebrochen – deutsches Team gewinnt vor heimischem Publikum
Der SailGP hat in Sassnitz erneut seine bisherigen Grenzen verschoben. Der erste Tag des Rockwool Germany Sail Grand Prix brachte starken Wind, fünf verschiedene Sieger in sechs Wettfahrten und vor allem einen neuen absoluten Geschwindigkeitsrekord. Das französische DS Automobiles SailGP Team von Quentin Delapierre erreichte 107,63 km/h beziehungsweise 58,1 Knoten und übertraf damit deutlich die bisherige Bestmarke von 103,93 km/h, die das dänische Rockwool Racing Team vor einem Jahr auf demselben Revier aufgestellt hatte.
Die 13 teilnehmenden F50 wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: sieben Teams starteten in Gruppe A, sechs in Gruppe B. Die jeweils ersten drei Wettfahrten wurden bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 24 Knoten mit 18-Meter-Flügeln sowie den für hohe Geschwindigkeiten ausgelegten Foils und Rudern ausgetragen. Diese Konfiguration ermöglichte mehreren Teams, den bisherigen Rekord zu übertreffen, machte die F50 in den Böen und während der Manöver jedoch besonders anspruchsvoll.
Im ersten Rennen der Gruppe A erwischten die neuseeländischen Black Foils von Peter Burling und das Schweizer Explora Journeys Team den besten Start. Beide rundeten die erste Bahnmarke bei annähernd 95 km/h nahezu gleichauf. Anschließend setzten sich die Black Foils ab und gewannen vor der Schweiz. Red Bull Italy arbeitete sich auf den dritten Platz vor, gefolgt von Frankreich, dem dänischen Rockwool Racing Team, dem brasilianischen Mubadala Brazil Team und den Spaniern von Los Gallos.

Das zweite Rennen kontrollierte Frankreich vom Start weg. Delapierres Team erreichte bereits vor der ersten Bahnmarke 94 km/h und wehrte anschließend den Angriff der Black Foils ab. An der dritten Bahnmarke verloren Spanien und die Schweiz in einer schwierigen Manöverphase mehrere Positionen, während sich Rockwool Racing vom fünften auf den dritten Platz verbesserte. Los Gallos belegte Rang vier vor der Schweiz, Italien und Brasilien.
Den spektakulärsten Moment des Tages erlebte Gruppe A im letzten Rennen. Kurz nach dem Start zog eine Böenfront über den Kurs und sorgte für außergewöhnliche Geschwindigkeiten. Rockwool Racing erreichte zunächst 106 km/h, stieg anschließend jedoch zu hoch auf die Foils und tauchte mit den Rümpfen ein. Wenige Augenblicke später rundete Frankreich die erste Marke mit 107,63 km/h und stellte damit den neuen SailGP-Rekord auf.
Die Rekordfahrt reichte jedoch nicht zum Sieg. Die Spanier von Los Gallos fanden auf der linken Seite des Kurses mehr Wind, übernahmen die Führung und gewannen vor Frankreich und den Black Foils. Die Schweiz belegte den vierten Rang vor Italien, Dänemark und Brasilien.

Die Black Foils führen Gruppe A nach einem Sieg, einem zweiten und einem dritten Platz an. Frankreich belegt derzeit den zweiten Qualifikationsrang. Los Gallos schob sich mit dem Sieg in der letzten Wettfahrt im Tiebreak vor die punktgleichen Schweizer. Dahinter folgen Italien, Dänemark und Brasilien.
In Gruppe B bestimmten zunächst die Australier von Bonds Flying Roos das Geschehen. Das Team von Tom Slingsby gewann die ersten beiden Rennen und überzeugte besonders durch eine sichere Kontrolle des F50 in den starken Böen. Im dritten Rennen beendete ein sechster Platz jedoch die Aussicht auf einen perfekten Tag.
Vor heimischem Publikum gelang dem Germany SailGP Team im letzten Rennen die sportliche Antwort auf zwei schwierige Auftaktresultate. Die Mannschaft von Erik Heil führte bereits an der ersten Bahnmarke. Eine Strafe wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung brachte zwischenzeitlich das kanadische NorthStar Team in Führung, doch nach einer Winddrehung eroberte das deutsche Team die Spitze zurück und gewann mit deutlichem Vorsprung.
„Es war ein schlechter Beginn des Tages, und wir brauchten dieses Ergebnis, um wieder ins Spiel zu kommen“, erklärte Heil unmittelbar nach dem Rennen. Zugleich räumte er ein, dass dies der einzige Start des Tages gewesen sei, den das Team wie geplant umgesetzt habe. Für Sonntag müsse deshalb vor allem die Startphase verbessert werden.

Kanada beendete das Rennen auf Rang zwei vor dem schwedischen Artemis Team, Emirates Great Britain, dem US SailGP Team und Australien. Bonds Flying Roos führt die Gruppe dennoch an. Dahinter folgt Artemis: Die Mannschaft von Nathan Outteridge erreichte in allen drei Wettfahrten den dritten Platz und war damit das konstanteste Team der Gruppe. Kanada, Großbritannien, Deutschland und die USA bleiben in Reichweite der beiden Qualifikationsplätze.
Am Sonntag stehen für jede Gruppe zwei weitere Wettfahrten auf dem Programm. Die jeweils beiden besten Teams erreichen das Finale mit vier F50, in dem der Sieger des Germany Sail Grand Prix ermittelt wird. Nach dem Zwischenstand wären die neuseeländischen Black Foils, Frankreich, die australischen Bonds Flying Roos und das schwedische Artemis Team qualifiziert. Angesichts der geringen Abstände bleibt jedoch auch für das Germany SailGP Team nach dem abschließenden Tagessieg die Chance auf den Einzug ins Finale bestehen. Der Start ist für 14:00 Uhr MESZ, Ortszeit in Sassnitz, vorgesehen.
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