Nach dem Übernahmeangebot für Ferretti: mögliche weitere Herausforderung für Karel Komárek beim 38. America’s Cup

Nach dem Übernahmeangebot für Ferretti: mögliche weitere Herausforderung für Karel Komárek beim 38. America’s Cup

Nach Ferretti-Übernahmeangebot: Karel Komárek mit möglicher Herausforderung beim 38. America’s Cup

Sport

14/03/2026 - 12:17

 

 

Mit dem näher rückenden Meldeschluss für die 38. America’s Cup – angesetzt auf den 31. März 2026 – mehren sich die Gerüchte über eine mögliche neue Herausforderung, die vom tschechischen Unternehmer Karel Komárek unterstützt wird. Hinweise auf eine mögliche Teilnahme sind in den vergangenen Wochen im Umfeld des professionellen Segelsports aufgetaucht und wurden vom neuseeländischen Journalisten Richard Gladwell auf Sail-World aufgegriffen. Demnach könnte ein neues Syndikat gegründet werden, bei dem der Amerikaner Ken Read, Präsident der Segelmacherei North Sails, die Rolle des CEO übernehmen würde.

Komárek, der in Verbier in der Schweiz lebt, steht an der Spitze eines Industriekonzerns, der in mehreren Bereichen tätig ist – von Lotterien und Gaming über Energie und IT bis hin zu Investitionen – und dessen Vermögen auf rund 10 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. In jüngster Zeit tauchte sein Name wiederholt in den Finanznachrichten auf, nachdem seine Gruppe KKCG Maritime ein freiwilliges teilweises Übernahmeangebot für die Ferretti Group gestartet hatte. Diese Operation hat die Aufmerksamkeit der Märkte auf die industrielle Strategie des tschechischen Konzerns gelenkt, ein Thema, das PressMare aufmerksam verfolgt.

Die WallyCento V von Karel Komárek während einer Regatta in Porto Cervo – ph. YCCS / Studio Borlenghi

In der Segelszene ist Komárek als Eigner und Steuermann der Maxi-WallyCento V bekannt, mit Ken Read an Bord in der Rolle des Taktikers. Wally Yachts ist eine Marke der Ferretti Group, deren Verwaltungsrat auch den unabhängigen Direktor Stefano Domenicali umfasst, Präsident und CEO der Formel 1. In diesem Umfeld ist auch Komárek über die Partnerschaft seiner Lotteriegesellschaft Allwyn eingebunden.

Ein vorhandener AC75 oder ein neues Boot?

Die Teilnahme an der AC38 stellt jedoch eine nicht unerhebliche technische Herausforderung dar. Nach den Regeln müssen neue Teams über einen AC75 verfügen, der bereits im America’s-Cup-Zyklus 2024 eingesetzt wurde. Fünf der sechs Boote aus der letzten Ausgabe befinden sich bereits im Besitz von Teams, die für die nächste Kampagne gemeldet sind.

Alternativ erlaubt das Reglement neuen Teams den Bau eines neuen AC75 auf Basis eines Entwurfs aus dem Zyklus 2024. Die für Konstruktion und Bau erforderliche Zeit macht diese Option jedoch aus zeitlicher Sicht besonders anspruchsvoll.

Das einzige theoretisch verfügbare Boot wäre jenes von American Magic, das ursprünglich erklärt hatte, es nicht verkaufen zu wollen. In den vergangenen Monaten kursierten jedoch Gerüchte über Verhandlungen zur Übernahme der mit dem AC75 verbundenen Vermögenswerte von American Magic durch mehr als ein Team. Besonders häufig wurde dabei die Herausforderung von Riptide Racing genannt, dem Team des Match-Racing-Champions Chris Poole. Die Meldefrist wurde bis zum 31. März verlängert, um dieser neuen amerikanischen Herausforderung eine Teilnahme zu ermöglichen. Zwei Wochen vor Ablauf der Frist gibt es jedoch keine Bestätigung. Auch Gerüchte über eine mögliche australische Herausforderung oder eine zweite italienische Kampagne haben sich bislang nicht bestätigt.

Ken Read an Bord der WallyCento V – ph. Studio Borlenghi / North Sails

Die wirtschaftliche Stärke von Komárek und das professionelle Profil von Ken Read könnten die Waage zugunsten des tschechischen Unternehmers neigen lassen. Über das Projekt herrscht jedoch große Vertraulichkeit, und bislang ist weder bekannt, welcher Yachtclub die Herausforderung aussprechen könnte, noch wer die Rollen von Skipper und Steuermann übernehmen würde.

Zudem setzt das teilweise Übernahmeangebot für die Ferretti Group Komárek unter zusätzlichen zeitlichen Druck. Die Annahmefrist für das Angebot beginnt am 16. März und endet – vorbehaltlich einer möglichen Verlängerung – am 13. April 2026. Die Auszahlung der Gegenleistung ist für den 20. April vorgesehen.

38. America’s Cup in Neapel

Der Regattakalender

Der Kalender der 38. America’s Cup sieht vor, dass die finalen Match-Races vom 10. bis 18. Juli 2027 stattfinden. Zuvor sind mehrere vorbereitende Veranstaltungen geplant.

Die erste Vorregatta wird vom 21. bis 24. Mai 2026 in Cagliari ausgetragen, wobei die Teams auf den foilen­den Einrumpfbooten der Klasse AC40 antreten werden.

Die Termine der Louis Vuitton Cup, der Challenger Selection Series zur Ermittlung des offiziellen Herausforderers des Titelverteidigers, sowie jene der letzten Vorveranstaltung im Jahr 2027, die mit AC75 gesegelt wird, müssen noch bekannt gegeben werden.

Giuliano Luzzatto

 

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