Sirena Yachts zeigt 36-Meter-Flaggschiff in Cannes
Sirena Yachts hat auf dem Cannes Yachting Festival die Sirena 118 vorgestellt, das neue Flaggschiff der Baureihe und eine der größten Yachten der Messe. Sie misst 36 Meter über alles, ist 7,8 Meter breit und hat eine Bruttoraumzahl von 279 GT.
Für die Konstruktion zeichnet German Frers verantwortlich, der seine Zusammenarbeit mit der türkischen Werft fortsetzt. Die Außenlinien entwickelte das hauseigene Designteam von Sirena, die Inneneinrichtung stammt von Cor D. Rover. Der Rumpf besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, in den oberen Decks kommt Kohlefaser hinzu; gebaut wird im Harzinfusionsverfahren, um Gewicht und Wartungsaufwand zu verringern.

Serienmäßig arbeiten zwei MAN-Diesel mit je 1.550 PS an Bord. Damit liegt die Marschgeschwindigkeit bei 10 Knoten, die Höchstgeschwindigkeit bei 16 Knoten. Mit dem optionalen Paket aus zwei MAN V12 mit je 1.990 PS steigt die Höchstgeschwindigkeit auf 18 Knoten. Die Rumpfgeometrie wurde mit CFD-Analysen ausgelegt; auf Propellertunnel konnte verzichtet werden, weil das Hinterschiff so geformt ist, dass Turbulenzen geringer ausfallen.
"Wir sind sehr stolz darauf, die erste Sirena 118, IKIGAI, auf dem diesjährigen Cannes Yachting Festival zeigen zu können", sagte Cagin Genc, CEO von Sirena Marine. "Gemeinsam mit unserem eigenen Designteam und einigen der bekanntesten Namen der Branche haben wir eine Yacht gebaut, die die Vorteile der Composite-Bauweise bis in den Bereich der Superyachten trägt."
"Das Ergebnis ist eine elegante, robuste, zuverlässige und seetüchtige Motoryacht, die die Welt bequem und sicher bereisen kann", sagte Frers. "Sie bringt Leistung und ein weiches, komfortables Fahrverhalten in ein gutes Gleichgewicht, auch bei Fahrt gegen den Wind unter anspruchsvollen Seebedingungen."

Auf dem Achterdeck liegt ein Loungebereich mit Sofas, den doppelte Türen mit dem Salon verbinden; dessen raumhohe Fenster lassen Tageslicht herein. Die Eignersuite nimmt den vorderen Teil des Hauptdecks ein und hat direkten Zugang zur Vorschiffsterrasse. In der optionalen Konfiguration Owner Split führt eine eigene Wendeltreppe hinunter zu einem privaten Büro mit Lounge, wo sich ein Klappbalkon zum Wasser öffnet. Insgesamt gibt es sechs Gästekabinen einschließlich der Eignerkabine für bis zu zwölf Personen, dazu drei Kabinen für bis zu fünf Crewmitglieder. Auf dem Oberdeck befinden sich eine Lounge und eine achtere Terrasse, darüber ein Sonnendeck, das nach den Wünschen des Eigners ausgestattet werden kann.
Der erste Rumpf, IKIGAI, wurde weitgehend individuell ausgeführt. Leitgedanke von Cor D. Rover für die Inneneinrichtung war nach seinen Worten "home, sea, home". Der Designer griff das Thema Expedition auf und wollte die Räume zugleich wohnlich halten.
"Der Entwurf dreht sich um das Erkunden, um die Menschen, die als Erste gingen, tiefer gingen, höher gingen, und um die Welt, die sie dafür durchquerten", sagte Rover. "Formen, Farben und Materialien stammen von den Schiffen und Instrumenten dieser Welt: genietete Rümpfe, Flugzeugrümpfe, alte Marinebullaugen, Schiffskompasse, hier so umgesetzt, dass sie warm und bewohnt wirken statt wörtlich. Es ist ein Interieur über Neugier, Bewegung und den Willen weiterzumachen."

Die Salondecke besteht aus gepressten Blättern zwischen mehreren Lagen Milchglas, hinterleuchtet von Tageslicht. Für dekorative Flächen wurden Pfauenfedern verwendet, in den Arbeitsplatten sind Muscheln eingelassen. In die Wendeltreppe zwischen Eignerkabine und privater Lounge ist ein zwei Stockwerke hoher Vintage-Spiegel eingebaut: Bei geöffnetem Klappbalkon ist der Wellengang aus dem Schlafraum darüber als Spiegelbild zu sehen. Der untere Bereich ist mit einem dunkelgrünen Wandbezug ausgekleidet.
Die Farbpalette umfasst Moosgrün, Bordeaux und Senfgelb; die Möbel stammen aus verschiedenen Ländern, die Oberflächen nehmen natürliche Materialien oder Alterungsspuren auf. Der Eigner ließ zudem einen großen Esstisch in der Oberdeck-Lounge einbauen und auf dem Sonnendeck eine Bar im Freien mit Sitzgelegenheiten unter dem Hardtop aus Kohlefaser.
"Genau darin liegt für uns die Besonderheit der Sirena 118: Die Plattform erlaubt es Eignern und Designern, kräftige Farben, unkonventionelle Materialien und maßgefertigte Details über die reine optische Wirkung hinauszuführen und in ein reales, funktionales und bewohnbares Interieur zu verwandeln", sagte Genc. "Jede Yacht kann einen eigenen Charakter haben und bleibt doch Teil derselben Designgeschichte, sodass ein Boot entsteht, das ganz um seinen Eigner herum gedacht ist."
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